Es gibt einen unsichtbaren Unterschied zwischen zwei Autoren-Websites, die sich auf den ersten Blick identisch anfühlen.
Die eine rankt. Die andere nicht.
Beide haben ein Cover. Einen Klappentext. Einen Newsletter-Link. Beide sind mobil optimiert und sehen ordentlich aus.
Der Unterschied liegt im Quellcode, den kein Besucher je sieht.
Was Google wirklich liest
Wenn Google deine Website crawlt, schaut er nicht auf das Design. Er liest den Quelltext. Und im Quelltext sucht er nach strukturierten Daten.
Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Informationen, die du Google direkt mitteilst: Wer bist du? Was ist dein Beruf? Welche Bücher hast du geschrieben? Was ist das Genre? Welche ISBN hat das Buch? Wo bist du auf Goodreads, Wikidata, in der Deutschen Nationalbibliothek?
Ohne diese Angaben ist Google auf Deutung angewiesen. Mit ihnen weiß er es.
Das Format für diese Angaben heißt JSON-LD. Es sieht aus wie Code, ist es auch, aber du musst es nicht selbst schreiben.
Was JSON-LD konkret tut
Stell dir vor, du rufst beim Einwohnermeldeamt an und sagst: „Ich bin Schriftstellerin.” Der Beamte hört zu, schreibt auf, was er versteht.
Jetzt stell dir vor, du schickst ihm ein ausgefülltes amtliches Formular. Name, Beruf, Adresse, alle Felder korrekt. Das Ergebnis ist ein Eintrag, auf den andere Systeme zugreifen können.
JSON-LD ist das amtliche Formular für Suchmaschinen.
Ein korrekter Block für eine Autorin enthält ungefähr folgendes: Du bist eine Person. Dein name ist dein Autorenname. Dein jobTitle ist „Autorin”. Du hast sameAs-Links zu Goodreads und Wikidata. Und du hast author-Objekte für deine Bücher, jeweils mit name, isbn, genre und inLanguage.
Google liest das. ChatGPT nutzt es. Perplexity zieht es heran. Alle großen Suchsysteme arbeiten mit diesen Daten, um zu entscheiden, wen sie bei einer Anfrage nach deutschsprachigen Autoren eines bestimmten Genres nennen.
Die drei häufigsten Fehler
Fehler eins: JSON-LD fehlt komplett. Die meisten WordPress-Themes generieren überhaupt keine strukturierten Daten für Autorinnen. Yoast SEO hilft bei Blog-Posts, aber nicht bei Autorinnen-Entitäten. Niemand hat dir gesagt, dass du etwas zusätzlich eintragen musst.
Fehler zwei: Die sameAs-Links fehlen. Das ist der Abschnitt, der dich von einer Textseite zu einer verknüpften Entität macht. Wer dich auf Wikidata, Goodreads und in der Deutschen Nationalbibliothek nicht verlinkt, ist für KI-Systeme eine Unbekannte.
Fehler drei: Das Buch hat keine ISBN im Datensatz. Die ISBN ist der eindeutige Identifikator eines Buches. Ohne sie weiß Google nicht, ob das Buch auf deiner Website dasselbe ist wie das Buch bei Amazon. Keine Verknüpfung. Keine Entität. Keine Sichtbarkeit.
Muss ich jetzt programmieren?
Nein.
JSON-LD ist reiner Text in einem bestimmten Format. Du kannst ihn kopieren, anpassen und einmal in deiner Website hinterlegen. Im <head>-Bereich der Seite, und er arbeitet dauerhaft.
In WordPress geht das über ein Plugin (z.B. „Insert Headers and Footers”) oder direkt im Theme-Editor. In anderen Systemen gibt es eigene Wege, meistens über ein SEO-Plugin-Zusatzfeld.
Einmalige Arbeit. Dauerhafter Effekt.
Hier ein minimales Beispiel für den Block:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Person",
"name": "Dein Autorname",
"jobTitle": "Autorin",
"url": "https://deinname.de",
"sameAs": [
"https://www.goodreads.com/author/deinprofil",
"https://www.wikidata.org/wiki/Dein-Eintrag"
]
}
Dazu kommt ein separater Book-Block mit name, isbn, genre und inLanguage.
KI-Sichtbarkeit beginnt mit Entitäten
Wichtige KI-Systeme 2026: ChatGPT, Perplexity, Google’s Search Generative Experience (SGE), Microsoft Copilot, Anthropic Claude. Sie wurden auf Texten aus dem Web trainiert und kennen Autoren, die in vielen verlässlichen Quellen als Autorinnen beschrieben werden: Wikipedia, Wikidata, Buchkataloge, Verlagsdatenbanken, strukturierte Daten auf eigenen Websites.
Wer dort nicht auftaucht, wird bei einer Anfrage wie „nenne mir deutschsprachige Romantasy-Autorinnen” schlicht nicht genannt.
Das ändert sich nicht von selbst. Du musst die Signale aktiv setzen.
Ein vollständiger JSON-LD-Block auf deiner Website ist das stärkste dieser Signale, das du selbst kontrollierst.
Was du jetzt prüfen kannst
Öffne deine Website. Drücke STRG+U oder STRG+SHIFT+I. Suche im Quellcode nach application/ld+json.
Steht dort etwas? Wenn ja: Enthält es dein Genre, deine ISBN, einen sameAs-Link zu Goodreads?
Wenn nicht: Unser Audit-Tool prüft alle 14 JSON-LD-Felder in unter 60 Sekunden und zeigt dir genau, was fehlt.
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