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Self-Publishing · Mythen & Fakten

Die 14 größten
Self-Publishing-Mythen

Was Ratgeber, YouTube-Coaches und gut gemeinte Facebook-Gruppen Self-Publishern empfehlen — und was wirklich stimmt.

14 Mythen · 3 technische Hintergründe · 29 Audit-Checks erklärt
Mythos

„Ich habe Deutschabitur — kein Lektorat nötig

✕ Falsch. Betriebsblindheit ist keine Schwäche, sondern Neurologie — das Gehirn liest eigene Texte als das, was gemeint war, nicht was tatsächlich steht. KI-Tools glätten Stil, vernichten dabei aber die individuelle Autorenstimme und erkennen keine dramaturgischen Schwächen in Spannungsaufbau oder Charakterentwicklung. Ein professionelles Lektorat (Struktur + Dramaturgie) ist kein Luxus, sondern Teil der Produktionskosten — wie das Cover. Ein Buch, das bereits in der Leseprobe Mängel aufweist, verliert innerhalb von Sekunden auf Amazon seinen einzigen Ersteindruck.
Prüfe, ob deine Website-Texte Leser überzeugen
Mythos

„Canva reicht für mein Buchcover

✕ Falsch. Ein Cover hat drei Aufgaben gleichzeitig: Genre-Signal senden, als 80×120-Pixel-Thumbnail lesbar sein und zwischen 50 Konkurrenten herausstechen. Canva-Designs erkennt das Leserhirn in Millisekunden als Eigenbau — nicht wegen der Vorlage, sondern wegen fehlender Kompositions- und Typografie-Expertise. Das Gehirn assoziiert Produktionsqualität mit Inhaltsqualität — unbewusst, aber verlässlich. Prä-made Cover von Profis (50–200 €) sind eine günstige Alternative zu teuren Custom-Designs und deutlich effektiver als das Beste, was Canva bieten kann.
Cover selbst gemacht — die teuerste Entscheidung Prüfe, ob dein Cover auf deiner Website korrekt eingebunden ist
Mythos

„Mein Genre versteht jeder von selbst

✕ Falsch. Suchmaschinen lesen keine Bücher — sie lesen Metadaten. Wenn auf deiner Website nirgendwo das Wort „Romantasy" in einem Titel, einer Meta-Beschreibung oder einem JSON-LD-Feld steht, indexiert Google dich als „Autorin mit einem Buch" — ohne Genre-Kontext. ChatGPT, Perplexity und Google AI Overview nennen dich nicht, wenn jemand nach Autoren deines Genres fragt. Das Genre muss explizit in Titel, Meta-Beschreibung und Book.genre im JSON-LD stehen.
Warum dein Romantasy-Buch keiner kauft — obwohl es gut ist Prüfe dein Genre-Signal jetzt kostenlos (Check ID 52)
Mythos

„Eine Website pro Buch ist professioneller

✕ Falsch. Buch-Websites haben ein Ablaufdatum — nach der Vermarktungsphase werden sie nicht mehr gepflegt und kommunizieren Vernachlässigung. Der SEO-Wert (Domain-Autorität, Backlinks) verteilt sich auf mehrere Domains statt zu kumulieren. Leser, die mehr vom Autor wollen, finden keine Anlaufstelle. Einzige Ausnahme: Sehr lange Serien mit eigenem Weltenbau-Wiki als Unter-Domain (welt.meindomain.de) — aber die Hauptdomain bleibt immer die Autoren-Website.
Prüfe, ob deine Domain-Struktur SEO-schädlich ist
Mythos

„JSON-LD ist nur für Tech-Experten

✕ Falsch. Strukturierte Daten im <head> der Seite sind unsichtbar für Besucher, aber entscheidend für Google, ChatGPT und alle KI-Suchsysteme. Ohne JSON-LD bist du für diese Systeme eine Person unbekannten Berufs. Mit JSON-LD bist du eine verknüpfte Entität: Autorin, Genre, Bücher, Social-Media-Profile — alles maschinenlesbar. Einmalige Implementierung, dauerhafter Effekt. Unser Audit prüft 14 JSON-LD-Felder automatisch.
Das JSON-LD-Geheimnis: Warum Google dich nicht kennt Prüfe alle 14 JSON-LD-Felder automatisch (Checks&nbsp;1–14)
Mythos

„PageSpeed ist irrelevant für Buchseiten"

✕ Falsch.

53 % der mobilen Besucher verlassen eine Seite, wenn sie länger als 3 Sekunden lädt. Google verwendet Core Web Vitals als direkten Ranking-Faktor seit 2021. Autoren testen ihre Seite am Desktop-PC mit Glasfaser — und merken nicht, dass 60–70 % ihrer Besucher über Smartphones mit variablem Netz kommen.

Ein PageSpeed-Score unter 50 (Mobile) bedeutet messbaren Ranking-Verlust und höhere Absprungraten, bevor ein Besucher auch nur den Buchtitel gelesen hat.

Langsame Website = verlorene Buchverkäufe Prüfe deinen PageSpeed-Score jetzt (Check 50)

14 Mythen · 3 technische Hintergründe · 29 Audit-Checks erklärt

Was Ratgeber und Coaches empfehlen — und was wirklich stimmt. 14 Mythen über Autoren-Websites, SEO und Buchmarketing.

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Mythos

„Amazon-Präsenz ersetzt eine eigene Website

✕ Falsch. Amazon gehört Amazon. Algorithmus, Preisgestaltung, Kundendaten, Kommunikation mit Lesern — alles liegt auf geliehener Plattform. Ein einziges Algorithmus-Update, eine Kategorie-Änderung oder eine Kontosperrung kann die gesamte Sichtbarkeit über Nacht vernichten. Die eigene Website ist das einzige „Owned Media" — vollständige Kontrolle über Design, Kundendaten und direkte Leser-Kommunikation. Amazon ist ein Vertriebskanal, keine Heimat.
Warum dein Buch auf Amazon unsichtbar bleibt Prüfe, ob deine Website Amazon-Traffic zurück zu dir leitet
Mythos

„KI-Sichtbarkeit betrifft mich nicht — das ist Zukunft

✕ Falsch — das ist Gegenwart. ChatGPT, Perplexity und Google AI Overview beantworten seit 2025 einen wachsenden Anteil aller Suchanfragen direkt — ohne Klick auf ein Suchergebnis. Autoren, die in diesen Systemen nicht als Entität erkennbar sind, existieren in dieser Suchschicht schlicht nicht. GEO (Generative Engine Optimization) beginnt mit E-E-A-T und einem vollständigen Wikidata-Eintrag. Fehlende strukturierte Daten, keine Erwähnungen auf Wikidata, Goodreads oder in Buchkatalogen bedeuten: kein KI-Treffer, keine organische Entdeckung über KI-gestützte Suche.
Prüfe deinen Entitätsgraph automatisch (Checks&nbsp;160–168)
Mythos

„Niedrigpreis bedeutet mehr Absatz

✕ Fast immer falsch. Leser korrelieren den Preis unbewusst mit Qualität — ein dauerhafter 0,99 € Preis signalisiert oft Minderwertigkeit, keine Großzügigkeit. Bei 70 % Royalty (vor Steuern) auf KDP und 0,99 € Verkaufspreis bleiben etwa 0,56 € pro Verkauf (nach 19 % MwSt in Deutschland) — ein 800 € Cover wäre erst nach etwa 1.429 Exemplaren amortisiert. Ausnahme: Serienstart-Strategie — Buch 1 günstig als Funnel zu Buch 2–n ist legitim, wenn die Folgebände bereits existieren. Reguläre Preise sollten sich am Marktstandard des Genres orientieren (4,99–9,99 € E-Book).
Prüfe, ob deine Website Direktverkauf zu fairen Preisen ermöglicht
Mythos

„Instagram-Follower kaufen meine Bücher

✕ Falsch. Instagram zeigt Posts durchschnittlich nur 3–5 % der Follower. Kein klickbarer Link im Feed, Story-Links verschwinden nach 24 Stunden. 10 Stunden Instagram pro Woche sind 40 Stunden pro Monat — genug für 10.000–20.000 Wörter oder einen ausgearbeiteten SEO-Blogartikel mit Langzeitwirkung. Die eigentlichen Buchverkäufer auf Bookstagram sind Leser und Rezensenten, nicht Autoren. Die Autorin, die auf Instagram Bücher verkauft, ist die Ausnahme — nicht das Modell.
Der Instagram-Betrug: Warum Bookstagram keine Bücher verkauft Prüfe, ob deine Website Social-Media-Traffic konvertiert
Mythos

„Ich muss auf allen Plattformen aktiv sein

✕ Falsch. Konsequenz ist Ressourcentod. Kein Autor kann alle Kanäle professionell bespielen, ohne Schreibzeit zu opfern. Schlechte Beiträge auf 8 Kanälen sind schlechter als exzellente Beiträge auf einem Kanal — algorithmisch und in der Wahrnehmung von Lesern. Empfehlung: Ein Primärkanal je nach Genre — **BookTok für Romance/Fantasy, Pinterest für Romantasy, Nischen-Subreddits für Psychothriller und Krimi, LinkedIn für Sachbücher** — maximal ein zweiter. Social-Media-Icons, die auf verwaiste Profile führen, beschädigen aktiv die Glaubwürdigkeit.
Reddit für Autoren: Leser gewinnen ohne Bann WhatsApp Newsletter: 90 % Öffnungsrate — trotzdem eine Falle Prüfe, ob deine Website nur aktive Kanäle verlinkt
Mythos

„Marketing mache ich nach dem Buch"

✕ Der teuerste Irrtum im Self-Publishing. Amazon-Algorithmen entscheiden in den ersten 30 Tagen, wie sichtbar ein Buch langfristig sein wird — basierend auf Kaufsignalen in der Eröffnungswoche. Wer ohne Vorbestellerliste und aufgewärmte Community veröffentlicht, startet in ein Vakuum und kämpft ab Tag 1 gegen Bücher von Autoren mit 200 Newsletter-Abonnenten und 15 frühen Rezensionen. Erfolgreiches Buchmarketing beginnt mit dem ersten Kapitel: Cover-Enthüllung in der Schreibphase, Newsletter-Aufbau mit WIP-Updates, Vorbestellerseite 60 Tage vor Erscheinen, ARCs 30 Tage vorher. **Ohne diese Vorbereitung verliert das Buch nach etwa 60 Tagen die algorithmische Sichtbarkeit.**
„Marketing mache ich nach dem Buch" — der teuerste Irrtum Ist deine Website launch-ready? Jetzt prüfen
Mythos

„Social Proof brauche ich erst ab 1.000 Fans

✕ Falsch. Spezifität schlägt Größe — „27 Beta-Leser haben dieses Kapitel geliebt" klingt glaubwürdiger als eine vage Reichweitenangabe. Wer mit Social Proof wartet, hat beim zweiten Buch immer noch keinen aufgebaut. Erste Schritte ab sofort: Goodreads-Profil vollständig ausfüllen, erste Rezensionen sofort auf der Website zeigen, Beta-Leser namentlich erwähnen (mit Erlaubnis). Skaliert automatisch mit jedem weiteren Buch — aber nur wenn man früh anfängt.
Die Backlist-Wahrheit: Warum Self-Publisher nach 1 Buch aufgeben Prüfe, ob deine Website Rezensionen und Community sichtbar einbettet
Mythos

„Datenschutz betrifft kleine Websites nicht

✕ Gefährlich falsch. Impressumspflicht nach § 5 TMG gilt ab dem ersten Tag, unabhängig von Größe oder Umsatz. Datenschutzerklärung ist Pflicht, sobald auch nur Google Analytics, ein Kontaktformular oder ein Newsletter-Tool eingebunden ist. Abmahnwellen treffen besonders kleine Websites — die Verstöße sind klar dokumentierbar, die Abmahngebühren kalkulierbar. Aufwand für korrekte Umsetzung: 30 Minuten mit einem Generator. Aufwand für eine Abmahnung: mehrere hundert bis tausend Euro plus Anwaltskosten.
Prüfe Impressum & Datenschutzerklärung automatisch (Check&nbsp;24)

Technischer Hintergrund · Checks 17, 18, 29, 30

Newsletter, Reader Magnet & Popup:
Warum deine E-Mail-Liste das wichtigste Asset ist

Check 17 · Newsletter-Einbindung Check 18 · Double-Opt-in Check 29 · Reader Magnet Check 30 · Exit-Intent Popup
Die E-Mail-Liste ist das einzige Marketing-Asset, das dir niemand wegnehmen kann. Keine Algorithmus-Änderung, kein Plattform-Shutdown betrifft sie. Ein konkretes Nutzenversprechen für die Anmeldung ist Pflicht — „Abonniere meinen Newsletter" funktioniert nicht, „Erhalte sofort das exklusive Prequel" schon. Double-Opt-in ist in Deutschland rechtlich erforderlich. Popups sollten erst nach Scroll-Tiefe (50 %) oder beim Exit-Intent erscheinen — nie sofort beim Seitenaufruf. Sofort-Popups erhöhen die Absprungrate und werden von Google als Ranking-Signal negativ bewertet. DSGVO-konforme Anbieter für DE: Brevo (DE-Server), MailerLite (EU-Option), Newsletter2Go, CleverReach.
WhatsApp Newsletter: 90 % Öffnungsrate — trotzdem eine Falle

Technischer Hintergrund · Checks 21, 25, 26, 27, 40

Website-Struktur & Conversion:
Was Leser dazu bringt, Bücher zu kaufen

Check 21 · Direktverkauf Check 25 · Kein Slider Check 26 · Schlanke Navigation Check 27 · Kauf-Hierarchie Check 40 · Nicht zu viele Händler
Slider im Hero-Bereich sind nachweislich conversion-schädlich — sie erzeugen kognitive Last und werden von Besuchern innerhalb von Sekunden ignoriert (Harvard Usability Research). Navigationsmenüs mit mehr als 5–7 Punkten überfordern und brechen auf Mobile das Layout. Die Kauf-Hierarchie sollte dreistufig sein: Direktverkauf (höchste Marge, ~70 %) → Haupthändler (Amazon/Thalia) → weitere Händler. Zu viele gleichzeitig sichtbare Kaufoptionen erzeugen Choice Paralysis — der Besucher kauft bei niemandem.
Deine Website hat 300 Besucher und 0 neue Leser — hier ist warum

Technischer Hintergrund · Checks 23, 28, 41

Social-Media-Links, Community & Open Graph:
Wie deine Website auf anderen Plattformen aussieht

Check 23 · Social-Media-Links Check 28 · Community-Links Check 41 · Open Graph
Social-Media-Icons, die auf verwaiste Profile führen, beschädigen die Glaubwürdigkeit aktiv. Nur aktiv gepflegte Kanäle verlinken — alle anderen entfernen. Drei leere Profile schaden mehr als kein einziges Social-Media-Link. Open Graph (og:title, og:description, og:image) bestimmt, wie deine Website aussieht, wenn jemand den Link auf Instagram, WhatsApp oder Twitter teilt. Ein fehlendes og:image führt dazu, dass keine Vorschau erscheint — die Klickrate auf geteilte Links fällt um bis zu 60 %.
Der Instagram-Betrug: Warum Bookstagram keine Bücher verkauft Reddit für Autoren: Leser gewinnen ohne Bann

Technischer Hintergrund · Checks 29, 60, 61

Reader Magnet & Leseproben:
Wie du Leser zu Fans machst, bevor sie kaufen

Check 29 · Reader Magnet sichtbar Check 60 · Interaktives Marketing Check 61 · On-Page-Leseprobe
Ein Reader Magnet ist ein konkreter Gratis-Inhalt, der gegen eine E-Mail-Adresse angeboten wird — ein exklusives Prequel-Kapitel, eine Charakterkarte, eine Weltkarte oder ein Bonusband. „Abonniere meinen Newsletter" konvertiert kaum. „Erhalte sofort das exklusive Kapitel 0" konvertiert erheblich besser, weil es ein unmittelbares Nutzenversprechen gibt. Eine frei zugängliche Leseprobe (ohne E-Mail-Hürde) hat zwei Vorteile gleichzeitig: Google indexiert echten Buchtext auf deiner Domain — das verbessert das organische Ranking für Suchanfragen wie „Fantasy Roman Leseprobe". Gleichzeitig sinkt die Kaufhürde, weil Leser den Stil kennenlernen, bevor sie Geld ausgeben. Minimum: die ersten 10 % des Buchs. Interaktive Elemente wie ein Prolog-Spiel oder ein Quiz zum Buchuniversum erhöhen die Verweildauer stark und schaffen emotionale Bindung. Besucher, die aktiv mit dem Inhalt interagiert haben, kaufen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit als Besucher, die nur gelesen haben.

Technischer Hintergrund · Check 63

JSON-LD @graph-Schema:
Warum zusammenhängende Daten dein Knowledge Panel stärken

Check 63 · Custom @graph (Book + Person + WebSite)
Suchmaschinen lesen strukturierte Daten als Wissenssammlung, nicht als Seiteninhalt. Ein konsolidiertes @graph-Objekt verknüpft drei Entitäten als Einheit: Person (der Autor), WebSite (die Domain) und Book (jeder Titel). Wenn diese Einträge per @id miteinander verbunden sind, versteht Google, dass alle Bücher von derselben Person stammen — das stärkt das Google Knowledge Panel mit Bild, Beschreibung und Bookliste. KI-Suchsysteme wie Perplexity, Bing Copilot und ChatGPT Search werten strukturierte Daten aktiv aus. Ein vollständiges @graph mit sameAs-Links zu Wikidata und GND erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du bei Anfragen wie „Empfiehl mir einen LitRPG-Roman" korrekt genannt wirst. Fehlen die Verknüpfungen, bleibt dein Name ein anonymer Datenpunkt ohne Kontext. Wichtig: Google zeigt für Autoren-Websites kein Book-Rich-Result im Suchergebnis (das ist lizenzierten Buchhandels-Partnern vorbehalten). Der Nutzen liegt trotzdem im Knowledge Graph, in E-E-A-T-Signalen und in der KI-Indexierung.

Anleitung · Checks 160–168

Wikidata Schritt für Schritt:
Von „noch nie bearbeitet“ bis zur gesetzten Aussage

Check 160 · Entität eindeutig Check 161 · Genre abfragbar Check 162 · Beruf geschärft Check 163 · Werke verknüpft Check 164 · Externe Kennungen Check 165 · Website am Item Check 166 · Belege Check 167 · Wikipedia-Artikel Check 168 · Verlinktes Item ist eine Person

Diese Anleitung ist für Autor:innen geschrieben, die auf Wikidata noch nie etwas bearbeitet haben. Sie führt jeden Befund aus dem Bericht bis zur gesetzten Aussage. Vorweg die Einordnung, damit die Erwartung stimmt: Eine saubere Entität ist die Voraussetzung dafür, dass Maschinen dich einem Genre und deinen Werken zuordnen können — sie ist nicht die ganze Antwort. In unseren Feldläufen wurden in KI-Antworten ausnahmslos Dritte zitiert: Enzyklopädie-Artikel, Genre-Portale, Community-Datenbanken, Händler. Nie eine Autorenwebsite. Was diese Arbeit dir bringt, ist Auffindbarkeit im Datengraphen. Eine Nennung sagt dir niemand zu.

Schritt 0 — Konto und Grundbegriffe

Leg auf wikidata.org oben rechts über „Benutzerkonto erstellen“ ein Konto an. Anmelden reicht, du brauchst keine Freigabe. Selbstbearbeitung ist auf Wikidata ausdrücklich erlaubt — anders als in der Wikipedia — solange deine Aussagen faktisch und belegt sind.

Drei Begriffe, die im Bericht vorkommen:

  • Q-Nummer — die Kennung eines Dings: du selbst (Q42), ein Genre, eine Buchreihe. Steht oben auf jeder Wikidata-Seite.
  • P-Nummer — die Kennung einer Eigenschaft: „Genre“ ist P136, „Beruf“ ist P106. Eine Aussage besteht immer aus einer P-Nummer und einem Wert.
  • external-id — der Datentyp von Kennungen wie VIAF oder ISNI. Für dich heißt das nur: die reine Nummer eintragen, ohne Leerzeichen und ohne https://. Solche Werte landen automatisch unter „Identifiers“, alles andere unter „Statements“ — eine Rubrik wählst du nie selbst aus.

Ein Werkzeug-Hinweis, der viele Neukonten aufhält: Das Massen-Werkzeug QuickStatements verlangt den Status autoconfirmed (mindestens 50 Bearbeitungen, erste Bearbeitung mindestens 4 Tage alt). Das betrifft nur dieses Werkzeug. Aussagen von Hand setzen und neue Items über Special:NewItem anlegen kannst du ab der ersten Minute.

Schritt 1 — Eine Aussage setzen (der Handgriff für fast alle Checks)

Öffne dein Personen-Item. Scroll zum Abschnitt „Statements“ und klick auf „+ Add statement“. Du bekommst zwei Felder:

  • links die Eigenschaft — hier tippst du die P-Nummer ein, z. B. P136.
  • rechts den Wert — hier tippst du die Q-Nummer oder den Namen ein, z. B. Q25493967.

Dann „publish“ klicken. Fertig — es gibt kein Zusammenfassungsfeld; Begründungen gehören auf die Diskussionsseite des Items.

Die häufigste Erstfehler-Falle: Eine Q-Nummer ins linke Feld getippt ergibt „No match was found“. Links gehört immer die P-Nummer.

Check 161 — Genre als Aussage (P136)

Ein Genre in der Beschreibung („deutscher Autor (LitRPG, Fantasy)“) ist Anzeigetext und wird von Abfragen nicht gelesen. Abfragbar wird es erst als Aussage.

P136 setzen, je Genre eine eigene Aussage. Q-Nummern für den deutschen Markt:

  • LitRPG — Q25493967
  • Fantasy — Q132311
  • Science-Fiction — Q24925
  • Progression Fantasy — Q134506726 (dieses Item hat bislang nur ein englisches Label: such nach „progression fantasy“, der deutsche Begriff findet es nicht)

Dein Genre ist nicht dabei? Tipp den Genre-Namen ins rechte Suchfeld — Wikidata schlägt passende Items vor. Nimm das mit der treffendsten Beschreibung und prüf im Zweifel, ob das Item als Genre und nicht als Buchtitel angelegt ist.

Check 162 — Beruf schärfen (P106)

Q36180 („Schriftsteller“) trifft auf Hunderttausende zu und trennt nichts. Ergänze einen geschärften Wert: Fantasyautor Q5434338, Science-Fiction-Schriftsteller Q18844224 oder Romancier Q6625963. Diese drei hängen in Wikidata direkt unter Q36180.

Nimm nicht Q482980 („Autor“ / „Urheber“) — das steht in einem anderen Zweig des Begriffsbaums und schärft nichts. Q36180 darf neben dem geschärften Wert stehen bleiben, das ist kein Fehler.

Check 166 — Belege anhängen (P854)

Unbelegte inhaltliche Aussagen sind das, was beim nächsten Aufräumen zuerst verschwindet. Damit deine Arbeit hält: Klick unter der Aussage auf „add reference“, wähl P854 („reference URL“) und trag eine belastbare Quelle ein — eine Verlags- oder Händlerseite mit Genre-Angabe, ein DNB-Katalogisat oder deine eigene Buchseite.

Check 165 — Deine Website am Item (P856)

P856 („offizielle Website“) mit der vollständigen URL inklusive https:// — Datentyp url. Das ist die Gegenrichtung zum sameAs auf deiner Seite: erst beide Richtungen zusammen machen die Verbindung belastbar. Steht dort noch eine alte Domain, setz den alten Wert auf den Rang „veraltet“ statt ihn zu löschen.

Check 164 — Externe Kennungen (VIAF, ISNI, Goodreads)

Diese Kennungen sind die Brücken zu anderen Verzeichnissen — über sie erkennen zwei Datenbestände, dass sie von derselben Person sprechen.

  • VIAF (P214) — Sammelnummer der Nationalbibliotheken. Such deinen Namen auf viaf.org; hast du eine GND, existiert meist auch ein VIAF-Cluster.
  • ISNI (P213) — 16-stellige Kennung für Urheber. Suche auf isni.org. Trag sie kompakt ein, ohne Leerzeichen; die letzte Stelle ist eine Prüfziffer und darf auch X sein. Wir prüfen die Prüfziffer rechnerisch mit — eine vertauschte Ziffer fällt uns auf.
  • Goodreads (P2963) — die Zahl aus deiner Goodreads-Autorenprofil-URL.

Hast du keine dieser Kennungen, ist das kein Versäumnis: VIAF und ISNI entstehen über Bibliothekskataloge, meist ab einigen katalogisierten Titeln.

Check 163 — Reihen-Item anlegen (der aufwendigste Punkt)

Erst der Beleg, dann das Item. Reihen-Items für selbstverlegte Titel sind auf Wikidata ein Grenzfall; ein Item ohne Quelle kann einen Löschantrag bekommen. Deshalb in dieser Reihenfolge:

  1. Belege sammeln. Such deine Titel auf portal.dnb.de — jeder Titel mit ISBN ist dort erfasst. Notier die Katalogisat-Links. Das ist die Quelle, die dein Item hält.
  2. Abstand lassen. Eine bis zwei Wochen zwischen der Bearbeitung deines Personen-Items und dem neuen Reihen-Item senken das Risiko einer Löschdiskussion.
  3. Item anlegen über Special:NewItem, mit: P31 = Q1667921 (Romanreihe — präziser als Q277759 Buchreihe, das Sachbuchreihen mit einmischt) · P50 = dein Personen-Item, bei Mehrautoren-Reihen je Autor ein Wert · P136 = Genre · P407 = Q188 (Deutsch — ohne Sprachangabe fällt dein Werk aus sprachgefilterten Abfragen) · P973 = die Landingpage der Reihe auf deiner Website.
  4. Referenzen anhängen (P854 mit dem DNB-Link) an P31 und P50.
  5. Rückrichtung setzen: P800 am Personen-Item auf das Reihen-Item. Beide Richtungen gehören gesetzt — P800 allein beantwortet die Werk-Abfrage nicht, denn gefragt wird vom Werk zur Person.

Eine Reihe, die nur dich führt, obwohl mehrere Autor:innen daran schreiben, ist eine Falschzuschreibung gegenüber realen Dritten. Alle P50-Werte setzen.

Erfolg selbst prüfen — ohne neuen Scan

Du musst nicht auf einen kostenpflichtigen Re-Scan warten, um zu sehen, ob die Arbeit gewirkt hat. Öffne query.wikidata.org, trag ein und drück auf Play:

SELECT ?w WHERE { ?w wdt:P50 wd:DEINE-QID }

Ersetz DEINE-QID durch deine Q-Nummer. Erscheint dein Reihen-Item in der Trefferliste, ist die Verknüpfung gesetzt. Dieselbe Abfrage benutzt der Bericht für Check 163 — du siehst also genau das, was wir sehen. Für das Genre funktioniert das analog mit wdt:P136 am eigenen Item.

Check 160 — Zwei Items auf einer GND (und wo der Constraint-Report steht)

Der schwerste Fall, weil man ihn am Item selbst nicht sieht: Zwei Wikidata-Items beanspruchen dieselbe GND-Nummer. Solange das offen ist, kann eine Maschine nicht entscheiden, welches Item du bist.

Wo du das nachsiehst: Wikidata meldet es nicht im Item-Text, sondern im Constraint-Report. Öffne dein Item und klick oben im Reiterbereich auf „Item issues“ bzw. das Warnsymbol neben der betroffenen Aussage. Eine Eindeutigkeits-Verletzung erscheint dort als unique value constraint (Q21502410). Alternativ zeigt hub.culturegraph.org/entityfacts/DEINE-GND alle Wikidata-Items, die an deiner GND hängen — mehr als eines ist der Befund.

Auflösen — zwei zulässige Modelle, die Mischung ist der Fehler:

  • Modell A (Regelfall): ein Item, alle GND-Nummern daran, jeweils mit den Qualifikatoren „subject named as“ und „subject has role“. So ist es bei Joanne K. Rowling / Robert Galbraith (Q34660) gelöst: ein Item, drei GNDs.
  • Modell B: zwei Items — nur wenn beide Namen aktiv mit eigener Bibliografie und eigenen Normdaten publizieren. Dann trägt jedes Item nur seine eigene GND, verklammert über P742 (Pseudonym, Datentyp Zeichenkette — nie eine Q-Nummer) und P1889 („verschieden von“, Datentyp Item) auf beiden Seiten.

Der Fehlerzustand ist die Mischung: zwei Items und eine doppelt vergebene GND. P1889 behauptet übrigens nicht, dass es zwei Menschen sind — es ist der Marker gegen automatisches Zusammenführen. Die Begründung gehört auf beide Diskussionsseiten.

Check 167 — Wikipedia-Artikel

Hier ist bewusst nichts zu tun. Ein Wikipedia-Artikel entsteht durch Dritte und über Rezeption — Rezensionen in etablierten Medien, Preise, Nominierungen — nicht durch Selbsteintrag. Die Relevanzkriterien sind dort deutlich strenger als auf Wikidata. Der Check steht im Bericht als Information, nicht als Anforderung.

Technischer Hintergrund · Check 64

Google Fonts & DSGVO:
Warum EU-konforme Alternativen Pflicht sind

Check 64 · EU-konforme Fonts (Bunny statt Google)
Jedes Mal, wenn ein Besucher deine Website aufruft und diese Google Fonts lädt, wird seine IP-Adresse an Google-Server in den USA übertragen — ohne dass er dem zugestimmt hat. Das Landgericht München hat im Januar 2022 geurteilt, dass dieser Datentransfer einen DSGVO-Verstoß darstellt und dem Kläger 100 € Schadensersatz zugesprochen (Az. 3 O 17493/20). In der Folge gab es zahlreiche Abmahnwellen gegen Website-Betreiber. Die Lösung ist einfach: Bunny Fonts (fonts.bunny.net) stellt identische Open-Source-Schriften von europäischen Servern bereit — keine IP-Übertragung, kein US-Datentransfer, kein Consent-Banner nötig. Der Austausch ist in der Regel ein Einzeiler: die Fonts-URL von fonts.googleapis.com auf fonts.bunny.net ändern. Alternativ: Fonts lokal in den /wp-content/themes/-Ordner laden und per CSS einbinden. Beide Wege sind DSGVO-konform und erfordern kein Cookie-Consent für die Schriften.

Technischer Hintergrund · Check 67

Barrierefreiheit & BFSG:
Was das neue Gesetz für Autoren-Websites bedeutet

Check 67 · Barrierefreiheitserklärung verlinkt
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt ab dem 28. Juni 2025 für Produkte und Dienstleistungen, die im Geschäftsverkehr angeboten werden — also auch für Websites, über die Bücher verkauft werden. Kleinstunternehmen (unter 10 Mitarbeiter, Jahresumsatz unter 2 Mio. €) sind grundsätzlich ausgenommen, sofern keine öffentliche Förderung bezogen wird und die Barrierefreiheit einen unverhältnismäßigen Aufwand bedeuten würde. Für Autoren-Websites bedeutet das in der Praxis: Wer einen eigenen Shop betreibt oder digitale Produkte verkauft, sollte die Grundlagen prüfen — ausreichende Kontrastverhältnisse (WCAG AA, 4,5:1), Alt-Texte auf Buchcovers, tastaturnavigierbare Menüs und ein Skip-Link. Eine Barrierefreiheitserklärung, die den Stand der Umsetzung dokumentiert und Kontaktmöglichkeiten nennt, ist das Mindestsignal nach außen. Ein vollständiges WCAG-2.1-Audit ist für die meisten Autoren-Websites nicht verhältnismäßig — der pragmatische Weg: die fünf häufigsten Fehler beheben (fehlende Alt-Texte, zu geringer Kontrast, kein Focus-Indikator, kein Skip-Link, fehlende Sprachangabe) und eine ehrliche Erklärung veröffentlichen.

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